Tee aus dem eigenen Garten, dem Balkon oder der Fensterbank

Kräuter- oder Früchtetees sind in den heißen Monaten des Jahres eine gesunde Erfrischung und in der kalten Jahreszeit eine wärmende Wohltat. Die Grundlage dafür gedeiht in manchem Garten, auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank. Blätter, Blüten und Früchte oder sogar Rinden und Wurzeln bestimmter Pflanzen sind für Tee besonders gut geeignet.
Die folgende Liste zeigt eine kleine Übersicht typischer wie auch heimischer Teekräuter für einen leckeren Kräutertee untereilt nach den verwendeten Pflanzenteilen:

Blättertee:
Echter Basilikum, gewöhnlicher/gemeiner Beifuß, Beinwell, Birke, Brennessel, Brombeere, echtes Eisenkraut, Ginkgo, gewöhnlicher Hanf, Heidelbeere, Himbeere, Huflattich, Johanniskraut, Lorbeer, Löwenzahn, Mädesüß, Melisse, Minze/Pfefferminze, Salbei, Schafgarbe, Spitzwegerich, Tausendgüldenkraut, Thymian, echte Walnuss, Weißdorn, Wermut, Yacon, Zinnkraut

Blütentee:
Arnika, Baldrian, Besenheide, echter Buchweizen, Hibiskus, Holunder, Hopfen, Johanniskraut, echte und römische Kamille, Kornblume, Königskerze, Lavendel, Linde, Jasmin, Mädesüß, Malve, Ringelblume, Schafgarbe, Schlüsselblume, Weißdorn,

Früchtetee:
Apfel, Anis, Brombeere, Erdbeere, Fenchel, Granatapfel, Heckenrose, Heidelbeeren, Holunder, schwarze Johannisbeere, Kirsche, Kümmel, Quitte, Sanddorn, Wacholder

Rindentee:
Berberitze, Faulbaum, Birke, Eiche, Schwarz-Pappel, Silber-Weide,

Wurzeltee:
Baldrian, Beinwell, Bibernelle, Brennessel, Eibisch, Engelwurz, Kalmus, Liebstöckel, Löwenzahn, Rhabarber, Rosenwurz, Trauben-Silberkerze, Stiefmütterchen, Süßholz, Tragant, Wegwarte
Standort zum Pflanzen von Teekräutern:

Teekräuter kann man ganz einfach im Garten als Gartenpflanzen im Kräuterbeet, Hochbeet oder in Kräuterspiralen pflanzen. Und selbst ohne Garten muss man nie auf frischen, selbst angebauten Kräutertee verzichten.

Der Anbau für Fensterbank ist leichter als Du vielleicht zunächst denkst.

Es wird benötigt: Blumentöpfe oder besser noch Pflanzkasten mit Bewässerungssystem für optimalen Wachstum, Pflanzerde für Kräuter, Saatgut natürlich und wer es ganz eilig hat: vorgezogene Kräuter im Topf.

Damit die Freude lange währt ist beim Anbau und Pflege einiges zu beachten:

1. Der richtige Standort ist sehr wichtig. Die meisten Teekräuter lieben es warm aber auch nicht zu warm. Licht sollte so viel wie möglich vorhanden sein. Ideal ist daher helles Fensterbrett zum Beispiel in der Küche oder im Schlafzimmer. Noch besser wäre, wenn vorhanden, ein helles Plätzchen im Wintergarten.

2. Für ausreichend Wasser muss stets gesorgt sein. Aber bitte keine Staunässe, sonst faulen die Kräuter schnell vor sich hin.

3. Gib Deinen Teepflanzen ausreichend Zeit zum Wachsen und Gedeihen. Wenn dem zarten Kräuterspross die lebenswichtigen Blätter entnommen werden, dauert die Freude nicht lange. Erst wenn die Pflanze ausreichend groß und robust ist, kannst Du nach und nach einzelne Blätter oder Stängel für die jeweils frische Tee-Zubereitung entfernen.

4. Viele Tee-Kräuter wachsen in immer neuen Trieben aus der Wurzel, daher sollten bei diesen Pflanzen nicht einzelne Blätter sondern immer gleich ein ganzer Stängel geerntet werden.

5. In den warmen Monaten des Jahres kannst Du die Teekräuter-Pflanzen auf Balkon oder Terrasse stellen. Grund: Die Pflanzen werden besonders kräftig und bauen Masse für den Winter auf.

Die meisten Teekräuter bzw. Gartenkräuter sind mehrjährig und halten sich bei guter Pflege mehrere Jahre.

Der Anbau von Tee

Als Dauerkultur ist Tee hervorragend dazu geeignet, steile Hänge mit seinen Wurzeln zu stabilisieren und den Boden gegen Erosion zu schützen. Um gut gedeihen zu können, braucht er jedoch auch eine beträchtliche Menge an Nährstoffen. Chemische Düngemittel werden deshalb in den meisten Teegärten angewendet. Inzwischen besinnen sich bereits einige Plantagen wieder auf die natürliche Form der Bodenverbesserung durch Kompost.

TeeanbauTeesträucher können bis zu 70 Jahre alt werden; die Erträge lassen dann aber stark nach. Wenn in bestehenden Kulturen einzelne Sträucher durch Krankheiten ausfallen, werden sie möglichst schnell ersetzt, um wieder eine geschlossene Fläche zu erhalten.

Alle vier bis sechs Jahre werden die Sträucher radikal zurückgeschnitten. So wird immer wieder das Wachstum neu angeregt, außerdem bleiben die Büsche so auf einer für die Pflücker bequemen Höhe.

Für Ertrag und Qualität spielen neben der eigentlichen Teepflanze auch Höhenlage, Bodenqualität, Niederschlagsmenge sowie Befall durch Krankheiten und Schädlingen eine entscheidende Rolle.

Teeanbaugebiete, Anbau und Verarbeitung von Tee bis zum Fertigprodukt

Bei der Teeproduktion spielen jahrtausendelange Erfahrungen eine große Rolle. Gepflegte Teebüsche sind die Grundvoraussetzung. Aber auch die Ernte sollte sorgfältig erfolgen. Der Tee wird im Allgemeinen auf Plantagen gezüchtet. Diese waren ursprünglich im asiatischen Raum beheimatetet. Auch in Afrika befinden sich mittlerweile riesige Teeplantagen. Südamerika ist durch seine Teeanbaugebiete in Argentinien und Brasilien bekannt.

Die Hauptproduzenten sind China, Indien, Sri Lanka, Kenia, Türkei und die GUS-Staaten. Die Teepflanze ist eine Dauerkultur, die bei sorgfältiger Planung und Pflanzung viele Jahre und sogar Jahrzehnte Erträge bringt. In früheren Zeiten wurden in China kleine Teegärten angelegt. Heutzutage ist die Teeproduktion eine eigene landwirtschaftliche Industrie.

Das Hauptaugenmerk bei der Verarbeitung von Tee kommt den Arbeiten in der Fabrik zu. Entwickelt wurden die notwendigen Arbeitsgänge schon vor Jahrhunderten in China. Auch in Afrika, Japan, Indonesien, Indien und anderen Teeanbauregionen werden diese Arbeitsgänge angewandt.

Die orthodoxe Teeproduktion

Grundsätzlich wird der sogenannte orthodoxe Tee in folgenden Schritten behandelt. Als Erstes ist das Welken notwendig. Dann werden die Teeblätter gerollt und fermentiert. Als nächster Schritt muss das Zwischenprodukt getrocknet und sortiert werden. Dies ist kein geringer Aufwand, sodass man sich zeitig schon Gedanken machte, bestimmte Vorgänge bei der Verarbeitung zu technisieren. Da England schon immer die Nation war, die am meisten Tee getrunken hat, lag es nahe, dass die englische Maschinenindustrie entscheidend zur Industrialisierung des Teeanbaus beitrug.

Im Gegensatz zum orthodoxen Tee mit der vorher beschriebenen traditionellen Herstellungsmethode entdeckte 1931 W.Mc Kercher das schnellere Verarbeitungsverfahren CTC. Dies besteht aus den Arbeitsgängen Zerquetschen, Zerreißen und Rollen mit einer Maschine. In Assam wurde das neue Verfahren erstmals angewendet. Diese neue Technologie verkürzt auch den Zeitbedarf für die Fermentation um circa ein Drittel.

Solche Verfahren haben zwar Vorteile bei der industriellen Produktion, Teekenner meinen aber, dass diese neuen Verfahren eine Qualitätseinbuße beziehungsweise Überfermentierung mit sich bringen und sich daher nicht für aromatischen Qualitätstee eignen.

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