So bereiten Sie einen Tee perfekt zu

Die richtige Teezubereitung ist eine Kunst mit langer Tradition. Wer kennt nicht die japanische Teezeremonie? Hier wird nach genauer Vorschrift das Zubereiten und Genießen des kostbaren Tees zelebriert. Wichtig sind hierbei die exakten Mengen von Tee und Wasser, die Temperatur des Aufgusswassers sowie die Zeit, welche der Tee zu Ziehen benötigt. Ganz bestimmte Bewegungen bei der Zubereitung und beim Servieren sollen die Qualität des Getränks und den Zauber für den Gast sicherstellen.

TeezubereitungHier bei uns in Mitteleuropa wird weniger Aufwand mit der Teezubereitung betrieben, jedoch steigt die Zahl der Teeliebhaber ständig. Dies ist nicht verwunderlich, denn Tee ist gesund und schmeckt vorzüglich! Um den Geschmack kostbaren Tees perfekt zur Geltung zu bringen sollten Sie einiges beachten: Handelt es sich um grünen oder schwarzen Tee?

Grüner Tee

Grüner Tee hat meist einen feinen, leichten Geschmack. Er sollte nicht zu heiß aufgegossen werden, die Empfehlungen liegen bei Temperaturen zwischen 65°C und 90 °C. Je länger der Tee zieht, desto mehr Bitterstoffe gelangen in den Aufguss, auch eine höhere Temperatur hat diesen Effekt. Um die richtige Temperatur und Ziehzeit zu erhalten, haben sich verschiedene Küchenhelfer gut bewährt. Elektrischer Wasserkocher, Kurzzeitwecker und eventuell ein Lebensmittelthermometer können die Zubereitung sehr vereinfachen. Kochen Sie das Wasser immer erst ab und lassen es dann auf die gewünschte Temperatur abkühlen.

Schwarztee

Schwarzer Tee wird immer mit kochendem Wasser aufgegossen. Benutzen Sie für den Aufguss ein möglichst geräumiges Teesieb oder sogar zwei Kannen. Wenn sich die Blätter beim Ziehen voll entfalten geben sie das Aroma und die Wirkstoffe effektiver an das Wasser ab. Schwarzer Tee sollte nicht zu lange ziehen. Haben Sie einmal den Zeitpunkt etwas verpasst, so können Sie den Tee durch die Zugabe von heißem Wasser verdünnen und so retten.

Milch und Zucker

Besonders ins England wird gerne Milch oder Sahne zum Tee gereicht. Das klingt für uns ungewöhnlich, doch es schmeckt recht angenehm. Die Milch macht den Geschmack weicher und mildert die Bitterkeit. Zucker ist für Süßmäuler unentbehrlich. Wer hier Wert auf Natürlichkeit und guten Geschmack legt, sollte unraffinierten Rohrzucker verwenden. Auch Honig oder Agavendicksaft ersetzen Zucker auf natürliche Weise und bringen eigene Aromen zur Verfeinerung mit ein.

Tee – die Sorten

TeesortenVielleicht kennen Sie den unfermentierten Tee schon aus China-Restaurants? In klarer, heller Tasse dampft und duftet er in den henkellosen Trinkschälchen. Vielleicht bekommen Sie einen Hyson (Blühender Frühling). Oder einen Mandarin Oolong (Jasmin Pouchong); das ist eine zarte, liebliche Mischung aus dem Foochow-Distrikt, die nach dem Trocknen mit Jasminblüten versetzt wird. Osmathus wird unter bestimmte Tees gemischt, etwa beim Kwai Flower. Andere Zusätze wie Orangenblüten oder dergleichen gibt es im alten China nicht, sie sind eine „Erfindung“ der Neuzeit.

Etwas besonderes ist der Earl Grey Tea. Er wird vor dem Verkauf mit Bergamotteöl bespritzt. So bekommt er einen Duft, den manche Teetrinker lieben.

Keemun ist ein Tee bzw. ein nach seinem Herkunfts-Distrikt in Anwhei (Anhui) benannter „besserer“ Schwarztee mit sehr regelmäßigem Blatt. Beste Qualität ist der sogenannte Standard 12. Der großblättrige, starke schwarze Lapsarrg Souchong kommt aus Formosa. Gunpowder (Schießpulver) nennt man Tee, dessen Blätter zu kleinen Kugeln gerollt wurden und Schrotkörnern ähneln. Zu allen diesen Tees ißt man gern chinesischen Ingwer, kandiert oder mit Schokolade, und Dattelküchlein.

Handelsübliche Teeblattgrade

Tee wird auch in Teeblattgraden unterschieden. Es gibt mehrere Teesorten. wie den Blatt-Tee und Broken- (gebrochener) Tee, wobei der gebrochene Tee ein dunkleres Getränk abgibt, das allgemein das beliebtere ist. Die Sorte sagt nichts über Qualität aus, sondern bezieht sich auf Größe, Aussehen und eventuell Anbaugebiet und Mischung. Zu den Broken-Tees gehören Broken Orange Pekoe (chinesisch Pa ho = weißes Haar), Broken Pekoe, Broken Pekoe Souchong, Fannings (Krümel) und Dust (Staub).

Die Fannings (kleinste Blatt-Teile) werden für die Herstellung von Teebeuteln verwendet. Aus Tee-Staub und feinste Aussiebung werden meist Tee-Instant-Produkte hergestellt.

Zu den Blatt-Tees gehören: Orange Pekoe, Pekoe und Souchong (chinesisch: kleine Pflanze). Die Sorten Tippy (tip = Spitze) und Flowery (blumig) bezogen sich fast ausschließlich auf Darjeeling-Tees. Inzwischen verwenden auch Assam, Nilgiri und Ceylon diese Bezeichnungen. Sie sind lediglich ungefähre Anhaltspunkte, keine festgeschriebenen Maßstäbe.

Reinen Tee findet man recht selten, der größte Teil des Tees wird in Mischungen getrunken.

Tee Herkunft und Transport

Tee Herkunft: Nach Japan kam der Tee angeblich im 9. Jahrhundert durch einen buddhistischen Mönch aus China. Nach Europa kam er durch die Holländer im 17. Jahrhundert. Von dort aus wurde er dann in England und in Deutschland bekannt.

Tee HerkunftBei uns sprach man lange Zeit von „Russischem Tee“, wenn man den aus Asien stammenden „schwarzen“ Tee meinte. Das hängt damit zusammen, daß der Tee seinerzeit meist auf dem Landweg, über Rußland, zu uns gebracht wurde. Die Russen wurden dabei selbst zu Teetrinkern – Millionen von Samowaren beweisen das auch heute noch. Auf welchem Weg der Tee in die entsprechenden Länder kam, erkennt man an der Bezeichnung für Tee.

Beförderung des Tees aus Südasien

Die Beförderung des Tees aus Südasien bis nach Mitteleuropa mit eigenen Teekarawanen war langwierig und beschwerlich. Der Tee reiste als Teeziegel. Man zog diesen, zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Fremdgerüche in Stanniol verpackten „Karawanentee“ aber damals dem mit Schiffen verfrachteten vor, weil der sehr empfindliche Tee auf der monatelangen Seereise meist Schaden nahm. Endlich angelangt, schmeckte er eher nach Fisch, Salz oder anderen Beiladungen als nach Tee.

Heute freilich ist das ganz anders und der Tee, der entweder mit einem modernen Frachtschiff, oder mit dem Flugzeug reist, ist geruchssicher verpackt und nicht mehr lange unterwegs. Der schnellste Tee wird hier bei uns dann als Flugtee verkauft. Er ist oft nicht mal eine Woche alt.